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Beispiel-Törn:

Zwei Wochen:

1. Tag: Korfu

Ankunft in der Marina Gouvia, Beziehen der Kabinen, erstes Vertrautmachen mit dem Boot. Anschließend empfiehlt es sich, den ersten größeren Einkauf zu tätigen, denn der Supermarkt gegenüber der Marina hat ein unglaubliches Sortiment, ist günstig und hat lange geöffnet. Je nach Stimmung der Crew können wir auslaufen und in der Badebucht vor der Marina übernachten oder den Abend gemütlich an Bord in der Marina ausklingen lassen. Für ein erstes Kennenlernen bietet sich auch ein Abendessen bei "George" im Gartenrestaurant an.
2. Tag: Petriti

Ablegen in Gouvia und Kurs Petriti. Der Schlag führt vorbei an Korfu Stadt. Festung, Altstadt und Fährhafen mit riesigen Kreuzfahrtschiffen zieht langsam an uns vorüber. Ein erster Vorgeschmack auf das, was uns am Schluss der Reise noch erwartet. Nach etwa zwei bis drei Stunden Ankunft in Petriti. Der kleine Ort zeichnet sich durch geniale Bademöglichkeiten und urwüchsige Restaurants aus. Ein ruhiges, beschauliches Fischerdörfchen, aus dem morgens und abends die örtliche "Fischfangflotte" startet. Wir ankern über Nacht in der Bucht vor Petriti, essen je nach Stimmung im Ort oder an Bord.
Korfu-Stadt, Blick auf die Festung, oben links "Garitsa Bay"
3. Tag: Insel Paxos

Nach dem Ablegen in Petriti geht zur Insel Paxos und in den Hafen von Lakka. Bei der Einfahrt eröffnet sich uns eine der schönsten, blaugrünen Lagunen des Ionischen Meeres. Vor dem eigentlichen Hafen bietet die Bucht Ankerplatz für zahlreiche Boote, und auch wir werden einen Ankerplatz in dieser herrlichen, geschützten Bucht vorziehen. Der Tag wird mit Schwimmen, Schnorcheln und Faulenzen verbracht. Wer mag, kann (und sollte!) den Ort Lakka besuchen, eine stimmungsvolle Kleinstadt, die alles bietet, was man sich an essbaren Köstlichkeiten und Besonderheiten wünscht. Belebte Kneipenszene, Cafes und Shops, aber auch Gelegenheit zum Einkaufen. Essen gehen oder kochen an Bord je nach Wunsch, wir verbringen die Nacht vor Anker in der Bucht und genießen die unglaubliche Stimmung und Ruhe mit gleichgesinnten Ankerliegern.
(Ein Tipp: Es gibt einen sehr guten Metzger in Lakka. Leckeres Fleisch kaufen und zum Sonnenuntergang Barbeque an Bord)
Der Ort Lakka auf Paxos mit einer der schönsten Buchten des Ionischen Meeres.
"Grillmaster" Martin bei der Arbeit.
4. Tag: Blaue Grotten von Paxos/Gaios

Wir verlassen Lakka und fahren auf die Westseite der Insel. Hier gibt es zahlreiche "blaue Grotten", große und kleine, die voller Geheimnisse stecken und unbedingt erschnorchelt werden müssen. Ein Highlight für jeden, der sich für bizarre Felsformen und faszinierende Lichterspiele unter Wasser begeistern kann. Wenn wir genug gesehen haben, geht es wieder auf die Ostseite nach Gaios. Wir werden auf jeden Fall versuchen, einen Platz im Hafen direkt an der Piazza zu ergattern. Gaios ist ein turbulenter Touristenort, in dem sich Menschen aller Nationen und jeden Temperamentes treffen. Ganz klar: hier müssen wir bummeln und essen gehen! Es gibt außerdem reichlich Einkaufsmöglichkeiten, auch was Speziaitäten angeht. Hier gibt es z.B. das kostbare Olivenöl der Insel, das sogar die Kaufhauskette "Harrods" in England von hier bezieht. Die Nacht wird vermutlich kurz und laut, aber es lohnt sich...
(Ein Tipp: Wer dem Trubel am Abend lieber eine Absage erteilt, sollte sich einen Roller mieten und zur passenden Zeit zur "Sunset Taverna" fahren. Sonnenuntergang mit griechischer Küche, unschlagbar...)
"Grotten-Schnorcheln"
5. Tag: Antipaxos, "Karibikbuchten" und Preveza

Ablegen in Gaios. Wir fahren nach Antipaxos und machen einen ausgedehnten Badestopp in den "Karibikbuchten". Ich nenne sie so, weil sie die Farben, die Athmosphäre und manchmal auch die Wassertemperatur! von karibischen Gewässern haben. Etwas Bewegung kann nicht schaden: Wir können die paar hundert Stufen zu einer Bar in luftiger Höhe erklimmen. Der Ausblick und der frisch gepresste Orangensaft entschädigen für die Mühe. Am Mittag legen wir aus der Bucht ab und machen uns auf den Weg nach Preveza. Uns erwartet ein langgezogener Kai mit Flanierpromenade, an dem man Menschen aller Nationalitäten und Yachten aller Größen antrifft. Preveza ist zum einen eine sehr moderne Stadt mit einer auschweifenden Fußgängerzone, bietet aber auch Geschichtliches. Kaiser Augustus errichtete hier eine römische Stadt, nachdem er Antonius und Cleopatra in einer Seeschlacht vor Preveza besiegt hatte. Die Reste der Stadt sind etwas außerhalb von Preveza zu besichtigen...
Insel Antipaxos, Ausblick vom Restaurant
Dinghi-Tour
6. Tag: Ambrakischer Golf

Ein Gewässer nahe Preveza. Aufgrund der außergewöhnlichen Lage - der Ambrakische Golf ist beinahe komplett von Land umschlossen und wirkt wie ein riesiger Binnensee - finden sich dort fast immer Delphine, Riesenschildkröten und mit etwas Glück auch mal Robben. Langsame "Beobachtungsfahrten" mit dem Dinghi bieten sich an. Das Wasser ist meist deutlich wärmer als anderswo, aber auch trüber. Der ambrakische Golf gibt Einblick in eine ganz andere Welt des Ionischen Meeres. Für die Nacht gibt es zwei Möglichkeiten: Anlegen in der kleinen Stadt Vonitsa oder Ankern bei einer unbewohnten Insel mitten im Ambrakischen Golf.
Delfine im Ambrakischen Golf (Sommer 2006, noch mit der "Maris II")
Einsame Insel im Ambrakischen Golf
7. Tag: Nidri auf der Insel Lefkas

Der Weg führt aus dem Ambrakischen Golf, nach einer kurzen Strecke auf See, durch eine schmale Einfahrt in den Kanal, der Lefkas vom Festland trennt. Ein tolles Erlebnis, denn hier darf (eigentlich) niemand schneller als 5 Knoten fahren, und man hat ausreichend Zeit, Pelikane und Reiher zu beobachten, die im Kanal an den flachen Stellen quasi neben dem Boot waten. Wir lassen Lefkada zunächst liegen und fahren bis Nidri, dem "Sylt" von Lefkas. "Halligalli" in wirklich allen Gassen. Wir können, wenn wir nicht schlafen und die Nacht bei Discogewummer verbringen wollen, in Nidri anlegen. Es empfiehlt sich aber, die gegenüberliegende Bucht mit dem vielversprechenden Namen "Tranquil Bay" nehmen und ankern. Mit dem Dinghi sind es keine fünf Minuten bis Nidri.
Der Ort Nidri auf Lefkas, links oben sieht man die "Tranquil Bay"
Nidri bei Nacht
8.Tag: Die Wasserfälle nahe Nidri

Zu Fuß (45 Minuten) oder mit dem Roller geht es zu beeindruckenden Wasserfällen im Inland. Baden ist möglich, aber Achtung: Das Wasser ist natürlich eiskalt... Nach der Erfrischung geht es weiter vorbei an der Onassis-Insel Skorpios bis zur Insel Ithaka.
Die Wasserfälle bei Nidri auf Lefkas, früh aufstehen lohnt sich...
Skorpios, die Privatinsel der Familie Onassis (der Legende nach befindet sich im Park des Anwesens eine lebensgroße Statue des Aristoteles Onassis aus purem Gold...), der Zutritt ist, verständlicherweise verboten, drumherum fahren ist jedoch erlaubt.
9. Tag: Ithaka

Die Odysseus-Insel (hier soll Odysseus zum ersten Mal nach seiner 10jährigen Odyssee wieder festen Boden betreten und auch noch seine unterwegs gesammelten Schätze vergraben haben). Viel Glück beim Buddeln... Empfehlenswert ist es, in die Bucht von Kioni zu fahren, ausgiebig zu baden und den Tag ruhig ausklingen zu lassen. Wir umrunden Ithaka mit seinen wunderschönen Buchten und kommen abends in Lefkada an.
10. Tag: Lefkada

Die Hauptstadt der Insel hat einen eher herben Charme, der aber sehenswert ist. Wir legen am Stadtkai an und erkunden die belebte Fußgängerzone. Das Stadtbild wechselt zwischen monumentalen Kirchenbauten und bunten Häusern mit Wellblech verkleidet, die nach dem Erdbeben 1953 errichtet wurden. Lohnenswert ist auch ein kleiner Spaziergang am Kai entlang bis zu der Schwenkbrücke, die offiziell als "Fähre" deklariert ist und Lefkas dadurch den Inselstatus verleiht und damit Unabhängigkeit garantiert.
11. Tag: Ankerplatz am Festland

Ankerplatz wird hier nicht verraten (vielen anderen Seglern noch unbekannt...), nur so viel: ein traumhaftes Schnorchelparadies.
12. Tag: Mourtos/Sivota

Wir legen ab zu einer etwa zweistündigen Fahrt bis zu den Sivota-Inseln, die dem Festland vorgelagert sind. Die Frage, ob wir an dem belebten Kai in Mourtos anlegen (wenn wir Wasser brauchen, müssen wir das tun) oder ob wir uns gleich einen sicheren Ankerplatz zwischen den Inselchen suchen, wird vor Ort entschieden, Auch vom Ankerplatz aus ist Mourtos schnell mit dem Dinghi erreichbar. Der Ort ist nur in den ersten Reihen touristisch, dahinter wird es schnell einheimischer (und günstiger!). Dennoch sollte man sich einen Frappé direkt in einer der Bars oder Restaurants gönnen und dabei gelassen das Anlegespektakel beobachten. Mourtos bietet gute Einkaufsmöglichkeiten und in einer einheimischen Bäckerei die besten Kekse ganz Griechenlands!! (Persönlich getestet.)
Mourtos/Sivota mit seinen vielen geschützten Buchten
Delfin vor Sivota
13. Tag: Korfu/Garitsa Bay

Überfahrt zur Korfu-Stadt mit Badestopp bei Lefkimmini. Wir ankern anschließend in der Garitsa-Bay direkt unterhalb der berühmten Festung von Korfu-Stadt. Die weitläufige Altstadt ist absolut sehenswert, wenn auch vieles durch Souvenirshops und Tand-Läden verbaut ist. Dennoch bleibt der venezianische Einschlag unverkennbar, entlang der riesigen Promenaden ist kaum noch ein Platz in einem Cafe zu ergattern, tausende Menschen flanieren, Tauben flattern, Kinder spielen, klassischer (und kitschiger, aber einfach schön) geht`s kaum. Wer anfällig ist für Shopping, sollte sein Portemonnaie für diesen Abend einer Vertrauensperson übergeben, denn Geld ausgeben kann man hier schnell und viel. Wir werden einen ausgedehnten Stadtbummel machen und den letzten Abend in einem Restaurant oder einer Bar der Wahl feiern.
(Tipp: Der Badestopp kann ausgelassen und die Zeit für eine Besichtigung von Achilleion genutzt werden, dem ehemaligen Sommersitz der Kaiserin "Sissi". Das Schloß ist nämlich von der Garitsa Bay per Taxi/Bus schnell erreichbar.)
Das Achilleion, hier verbrachte Kaiserin "Sissi" ihre
Ferien...
Das Achilleion
Ankern vor der Festung, Korfu City
"Nightlife" Korfu City
14. Tag: Rückfahrt zur Marina Gouvia
Der letzte Abend wird sich möglicherweise rächen, denn Ausschlafen gibt es heute nicht. Früh aufstehen und ablegen steht auf dem Plan, denn spätestens um 10 Uhr sollte die "Blue Lagoon" in der Marina Gouvia geräumt sein.
Anmerkung:

Je nachdem, wie sportlich ( mehr und längere Segelzeiten) der Törn ausfallen soll, können noch weitere bzw. andere Inseln angesteuert werden. Einmal rund Ithaka und im besten (Wetter)-Fall noch bis nach Keffalonia und Zakynthos. Das kann dann kurzfristig an Bord bei der Ankunft abgesprochen werden.

Die Törns sind lediglich als Törnvorschläge zu verstehen. Wer etwas anderes sehen möchte, an besonders schönen Orten länger verweilen will oder manche Punkte lieber überspringen möchte, ist mit seinen Vorschlägen herzlich willkommen.

Ich würde mich freuen wenn Sie nach dem Törn sagen:

"Das war einer der besten Urlaube, den wir je hatten..."

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